Bühnamit! - Rote Linien

Rechtzeitig vor der Premiere des neuen Stückes "Der Kaktus", das am 24.02. im Dresdener Projekttheater startet, möchte ich nun die Fotos vom Stück der vergangenen Spielsaison "Rote Linien" veröffentlichen. Darin entzweit der Bau einer Therme in einem kleinen Badeort die dortige Gesellschaft, nachdem es Probleme mit der Wasserqualität gibt. Die ursprünglich gute Idee, die Kurgäste anlocken und die Region beleben sollte, entpuppt sich, wie so oft im echten Leben, als unkalkulierbare Kostenfalle, und die Beteiligten landen in allerhand moralischen Dilemmas, die sich nicht immer vollständig auflösen lassen. Was bleibt, sind Kompromisse, nach denen sich die Handelnden vermutlich jeden Abend besonders lange heiß duschen müssen, um das Gefühl anhaftenden Schmutzes loszuwerden.

Ich habe an diesem Abend ausschließlich mit meinem Sigma 30mm f1.4 fotografiert; die spektakulären Teleobjektiv-Portraits gibt's schon seit 'ner Weile drüber bei meiner Freundin Elli.

Besonderer Dank geht an Marlene für's ausdauernde Drängeln. Sonst wär' ich wohl nie fertig geworden 🙂

Downtime

Wie einige von Euch bemerkt haben könnten, hat es hier im Blog eine längere Downtime gegeben. Ich möchte, im Sinne der Transparenz, kurz die Details erläutern, soweit sie mir bekannt sind.

Am 06.02.2017 habe ich den Hinweis bekommen, dass diese Seite gehackt worden ist. Es war zu einem Defacement des aktuellsten Artikels gekommen, ein Tweet dazu war blamablerweise automatisiert rausgegangen, um auch die ganze Followerschaft darüber zu informieren, und es war nicht mehr möglich, sich am Backend anzumelden. Schuld daran war wohl eine Kombination aus Änderungen an der Home-URL und einer fehlerhaften SSL-Konfiguration, die ich bei meinem Hoster gemacht hatte.

Ich habe also die vorherige Version des vandalisierten Artikels wiederhergestellt, die Datenbankintegrität geprüft, WordPress 4.7.1 neu installiert, das Security-Plugin neu installiert und dessen Einstellungen verschärft. Außerdem habe ich die Backup-Routinen nochmal überprüft. Inzwischen ist das CMS auf die aktuelle Version gepatcht und das SSL-Zertifikat erneuert, so dass ihr euch sicher sein könnt, dass ihr auch wirklich mit FlowersAndSunsets.de verbunden seid und nicht etwa auf eine Seite mit Schadsoftware weitergeleitet werdet.

Angriffsvektor war vermutlich eine ungepatchte Lücke in der REST-API von WordPress 4.7.0 und 4.7.1 (heise.de berichtete [1][2]).

Die nächsten Artikel stehen schon in den Startlöchern, es gibt also demnächst auch wieder richtigen Content zu sehen.

UPDATE 1 (2016-02-10): Auf einen Hinweis meines Kollegen Henning hin habe ich jetzt noch eine automatische Weiterleitung auf HTTPS eingerichtet, die ich zwischenzeitlich abgeschaltet hatte, und sämtliche Thumbnails neu berechnen lassen. Vielen Dank an der Stelle!

UPDATE 2: (2016-02-10): Auf https://www.wordfence.com/blog/2017/02/rest-api-exploit-feeding-frenzy-deface-wordpress-sites/ gibt es mittlerweise Details zu der Angriffswelle. Dort finden sich auch Zahlen zur Größe der einzelnen Angriffskampagnen. Für die Kampagne "Hacked by GeNErAL", die auch dieses Blog getroffen hat, wurden schon mehr als 82.000 betroffene WordPress-Installationen registriert. Insgesamt sind wohl mehr als 1,5 Mio. Installationen betroffen.

Deutsche Meisterschaft im Tractorpulling Riesa

Am 09. April 2016 fand in der Riesaer SachsenArena der Große Preis von Deutschland im Tractorpulling statt; eines der brachialsten Motorsportevents, die man sich vorstellen kann, und einzige Indoorveranstaltung dieser Art. Selbstgebaute Traktoren mit bis zu 10.000 PS ziehen dabei einen Kufenschlitten mit Gewichten über eine feste Distanz. Dabei werden mit zunehmender Strecke die Kufen immer stärker belastet, so dass sich der Widerstand immer weiter vergrößert. Reichen Kraft und fahrerisches Geschick des Fahrers nicht aus um die volle Distanz zurückzulegen, bleibt der Traktor schon vorzeitig stehen, ansonsten spricht man von einem Full Pull.

Da ich mit Bekannten vor Ort war, die die Pokale für den Wettkampf geliefert haben, hatte ich das Glück, mich außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten frei im Fahrerlager bewegen und dort auch fotografieren zu können - sicher eine einmalige Gelegenheit!

Die Rennställe nehmen teils erhebliche Anstrengungen auf sich, um an den Rennveranstaltungen teilzunehmen. Es genügt ja nicht, alleine mit dem Traktor anzureisen. Man benötigt stattdessen ein ganzes Team an Mechanikern und nimmt meist auch die ganze Familie mit. Viele reisen mit großen Trailern und Bussen teils quer durch Europa an, um am Rennen teilzunehmen.

Die Sportgeräte selbst sind allesamt Sonderanfertigungen. In der kleinsten Klasse kommen noch hochgezüchtete Motorrad- und Kleinwagenmotoren bis 1,3l Hubraum zum Einsatz nach oben hin werden alte Reihen- und Sternflugzeugmotoren sowie Gasturbinen aus russischen Hubschraubern verbaut.  Die Reifen werden extra für den Sport hergestellt und sind scharf angeschnitten, damit sie auch bei den hohen auftretenden Drehmomenten genug Grip im Boden haben. Trotzdem verformen sie sich oft unter den enormen Kräften und werfen Falten, wie auf einigen Fotos auch zu erkennen ist.

Unter diesen Belastungen ist es kein Wunder, dass das Material auch einmal nachgibt. Mehreren Teilnehmern ist nach Lenkfehlern die Vorderachse gebrochen und einem Teilnehmer brannte die Turbine aus. Ein drittes Team konnte die Motoren ihres Traktors wegen eines Problems mit dem selbstgebauten Getriebe nicht starten. Es baute deshalb innerhalb von nur 90 Minuten einen Motor komplett aus und rekonfigurierte das Getriebe auf eine ältere Version, so dass der Traktor rechtzeitig zum Start seiner Klasse wieder wettkampftauglich war. Eine unglaubliche Teamleistung!

Noch ein Wort zu den Fotos vom Wettkampf selbst. Technisch waren diese Fotos sehr anspruchsvoll. Die schnellen Bewegungen und die lange Brennweite erforderten schnelle Verschlusszeiten deutlich oberhalb von 1/320s. Gleichzeitig war aber die Halle sehr dunkel und ausschließlich mit Kunstlicht beleuchtet, so dass ich trotz der lichtstarken Linsen (min. f2.8 oder schneller) hohe ISO-Werte setzen musste. Man sieht oft das charakteristische Rauschen, zumal die Fotos in der Nachbearbeitung noch zwei volle Stufen aufgehellt werden mussten. Außerdem wurde die Luft in der Halle mit jedem Durchgang schlechter, so dass am Ende ein dichter Nebel in der Halle lag.  Für Interessierte sind die EXIF-Daten ja an den Fotos.

Alles in Allem ist Tractorpulling sicher der aufwändigste, stumpfeste, lauteste, geilste Motorsport der Welt!